Episode 110

Ep. 110: Nimm’s nicht persönlich

Sei live dabei: Episode 111 als Online-Event am 26. November 2025, 12 Uhr – jetzt anmelden: https://tinyurl.com/457y63n3

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In dieser Folge spreche ich über ein Thema, das uns alle betrifft, oft unbewusst: Warum nehmen wir Dinge eigentlich persönlich?

Ich erzähle, was in unserem Kopf passiert, wenn wir uns angegriffen fühlen, und warum das nichts mit Schwäche, sondern mit Biologie zu tun hat. Es geht um alte Schutzmechanismen, um Status in Gruppen und um die Rolle der Amygdala, oder, wie ich sie nenne: die kleine Diva im Gehirn. Ich zeige, wie persönliche Kränkungen entstehen, warum sie Teams ausbremsen und wie wir sie in Führung und Zusammenarbeit auflösen können.

Außerdem geht’s darum, wie man Sicherheit schafft, für sich und andere. Denn wer Kritik nicht mehr als Angriff erlebt, sondern als Einladung zum Lernen, macht nicht nur sich selbst, sondern auch sein Team ein Stück veränderungsstabiler.

Viel Spaß beim Zuhören!

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Und so erreicht Ihr mich:

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Transcript

Stellt euch das vor, 111 folgen Veränderungsstabil. Das wollen wir feiern und zwar

mit einem Online -Live -Event am 26. November um 12 Uhr Mittags. Meld dich über den

Link in den Schoen uns an und sei live dabei. Ich freue mich auf euch.

Menschen, Führungskräfte, Teams drauf haben sollten, um in dieser wilden Welt nicht

nur nicht unterzugehen, sondern stabil, dauerhaft, gesund und erfolgreich wirtschaften

zu können. Hinter Veränderungsstabilität versteckt sich ein Modell, das ich hier nun

wieder mal raushole. Meistens lasse ich euch damit in Ruhe. Aber es ist ein Modell,

das ich entwickelt habe, in dem ich über 80 Management Trends verdichtet habe und

habe mich gefragt, wenn man den ganzen Kram erfolgreich ausrollt, wenn man erfolgreich

OKA macht, wenn man Theory U anwendet, wenn man 3VQ anwendet, wenn man Loop Approach

anwendet, wenn man Agilität anwendet. Was kann denn dann eigentlich eine Organisation?

Und über diese Dekonstruktion in Fähigkeiten habe ich ein generisches Modell dessen,

was so eine Organisation darauf haben sollte entwickeln. Die allererste Fähigkeit, die

immer wieder rauskommt, ist Konfliktfähigkeit. Also die Fähigkeit mit Konflikten

umzugehen und zwar auf der Individual -Ebene, zwischen Menschen, auf der Team -Ebene,

wenn wir in dem Team -Konflikte sind, wenn zwischen Teams -Konflikte sind, Führung muss

mit Konflikten umgehen können und auch das System und die Struktur. Heute möchte ich

mir einen ganz spezifischen Aspekt von Konfliktstabilität anschauen, nämlich die Frage

"Warum nehmen wir Dinge eigentlich persönlich?" Weil, wenn wir Sachen persönlich

nehmen, dann tut uns das weh und das tut der Organisation weh und das nimmt uns

uns. Also fangen wir mal damit an, Warum nehmen wir Dinge denn überhaupt persönlich?

Was können wir für Führung daraus lernen? Warum wirft uns manchmal eine harmlose

Frage aus der Bahn? Wir kennen das ja, jemand stellt uns eine Frage und wir können

die dann persönlich nehmen oder nicht. Meistens ist nicht eine bewusste Entscheidung,

aber ihr habt schon Sachen euch sagen lassen und habt sie nicht persönlich genommen

und ihr habt schon viel weniger schlimme Sachen gehört und wart auf einmal persönlich

beleidigt. Woran liegt das eigentlich? Schauen wir uns mal die Psychologie dahinter

hinteran. Unser Gehirn ist voller uralter Schutzmechanismen, weil unser Gehirn ist

erstmal dafür da, uns zu beschützen und unser Überleben zu sichern. Das heißt, da

sind verschiedene Dinge drin, es gibt heute diskriptive Modelle, die wir verwenden

können, um das Gehirn zu verstehen. Eiserfonds ist das Lazarus -Stressmodell. Lazarus

-Stressmodell funktioniert so, von außen kommt ein Stressor, ein Reiz, etwas passiert,

wir gucken uns das an und das Gehirn schaut sich das an und mir stellt eine

Bewertung und sagt, das was da gerade ist, ist das erstens irrelevant, zweitens schön

oder drittens gefährlich. Wenn es gefährlich ist, macht es gerne eine Zweitbewertung

und sagt, okay, da ist etwas, das ist potenziell gefährlich. Wie stehe ich denn da?

Bin ich so gut ausgestattet mit dieser Gefahr, mit dieser Bedrohung umzugehen, dass

ich mir keine Sorgen machen muss? Dann lege ich mich wieder hin, alles cool. Oder

aber ist es so, dass wenn ich die Gefahr mir angucke und mir angucke, was ich in

der Hand habe, in der Tasche habe, um darauf zu antworten, und das ist nicht genug,

um mir eine totale Sicherheit zu geben, dann passiert Stress. Also Stress ist eine

Aktivierung in einer Situation, in der unser Gehirn festgestellt hat, da ist etwas,

das könnte bedrohlich sein, und es könnte so sein, dass wir nicht ausreichend

ausgestattet sind, um easy mit der Bedrohung umzugehen. Jetzt können wir ein anderes

Modell nehmen, das ist ziemlich alt, Alfred Adler, über 100 Jahre alt, der sich

angeschaut hat, wie Menschen in sozialer Systeme funktionieren. Und Alfred Adler, bei

der jenige, der das Wort kennen wir, das benutzt sich ganz viel in

Minderwertigkeitskomplex oder überhaupt über Minderwertigkeit angefangen hat, sich ihre

Gedanken zu machen. Und das ist jetzt so, diese Minderwertigkeit, vor der haben wir

Angst und das ist auch kein, wenn man Leuten sagt, was ein Minderwertigkeitskomplex,

das wird dir auch oft mal so als Vorwurf verwendet oder so. Im Grunde genommen ist

dahinter ein ganz einfacher Mechanismus, der Mechanismus ist so, Menschen leben in

sozialen Konstrukten, also in Gruppen, in Teams, in Familien, in Horden, wie auch man

es nennen wollte und ich habe einen Wert innerhalb dieser Gruppe. Und wenn der Wert

hoch ist, dann ist meine Überlebenswahrscheinlichkeit höher. Und wenn der Wert niedrig

ist, dann ist meine Überlebenswahrscheinlichkeit geringer. Und dann kommt die natürlich

Auslesereien. Also, manche unserer Vorfahren waren eher nervig, sind eher angeeckt,

waren eher unhöflich, waren eher nicht in der Lage, soziale Konventionen einzuhalten.

Und die hatten dann weniger Wert in der Gruppe. Und dann haben die sich weniger

wahrscheinlich fortgepflanzt und dann wurden sie so langsam aus dem Genpool genommen.

Und andere, die in der Lage waren, auf ihren Wert in der Gruppe einzuzahlen, also

sich wertvoll für die Gruppe zu machen, die Regeln der Gruppe einzuhalten etc., die

hatten einen höheren Wert in der Gruppe und wurden eher von der Gruppe beschützt.

Man ging dann eher nach innen, wenn der Sebelzantiger kam oder der Kriegsgegner kam,

wie auch immer, und dann haben die sich fortgepflanzt. Das heißt also, über die

natürliche Auslese, Es pflanzt sich fort, was überlebt, hat sich dann

herauskristallisiert, dass eher diejenigen Menschen die Wert legen auf ihren Wert in

der Gesellschaft, was die sich fortpflanzen, dass es von denen mehr gibt. Das heißt,

heute sind wir das Produkt davon und wir sind ganz gut darauf trainiert, sicher zu

stellen, dass unser Wert innerhalb des sozialen Konstruktes, in dem wir unterwegs

sind, hoch ist und dass er auch nicht angegriffen wird. Und wenn unser Wert

angegriffen wird im sozialen Konstrukt, dann werden wir giftig. Kiewig,

sagt man, ich glaube, was denn, aber ehrlicherweise nicht.

mich nehmen.

Hey, kurze Durchsage, wenn euch Veränderung stabil gefällt, dann nehmt euch doch mal

kurz Zeit und gebt dem Podcast eine Bewertung auf dem Streamingdienst, mit dem ihr

gerade hört. Das hilft uns enorm, weil dann noch mehr Menschen im Podcast entdecken

können und so können wir die Community weiter wachsen lassen. Vielen Dank fürs

unterstützen, vielen Dank fürs zuhören und jetzt geht es weiter mit der Episode. Ich

hatte einen Chef, ein toller Mensch, auch ein guter Chef im Sinne von Konnte

-Strategie, konnte Kommunikation, konnte vermitteln. Er hatte aber ein Problem und das

Problem war, dass er ganz schnell sich in seinem Wert herabgesetzt fühlte von den

kleinsten Dingen. Wie jeder normale Mensch in dieser wilden Welt hat der Einladung

ohne Agenda verschickt. Ich predige das hier immer, mir passiert das auch. Und wenn

man dann aber nicht hingegangen ist und gesagt, hier du Vollidiot hast mal wieder

ohne Agenda verschickt, sondern wenn man dann in der Meeting saßen gesagt hat, naja,

was machen wir jetzt? Haben wir keine Agenda? Das hat schon gereicht, dass er das

als persönlichen Angriff gewertet hat. Oder er hat natürlich Pläne gemacht, komplexe

Pläne, wie das so ist, und weil er ein Mensch ist, hat er bei einem Plan, der

irgendwie 40 Aspekte hat, auch hin und wieder mal einen vergessen, weil er nicht

perfekt war, wie jeder Mensch, gar nicht perfekt sind. Aber wenn man dann hingegangen

ist und hat gesagt, geiler Plan, aber was ist eigentlich mit dem Aspekt, dann hat

er das sofort persönlich genommen. Und das wurde dann erstens irgendwie unangenehm.

Zweitens haben wir dann nicht mehr darüber geredet über dieses eine was da in dem

Projektplan gefehlt hat, sondern wir haben auf einmal drüber geredet, glaubst du denn,

ich hab das vergessen? Glaubst du, ich denk da nicht so? Also ihr kennt das, wenn

Leute einfach was persönlich nehmen. Und das ist ein Problem, weil das hat ihn in

der Entwicklung gestört, das hat aber auch das Team aufgehalten, weil das Team jetzt

auf einmal damit beschäftigt war, um diese Mimose da drum herum zu tanzen, statt

halt darüber zu reden, dass in dem Projektplan ein Aspekt fehlt und einfach ohne

Friktion dahin zu gehen, was hier normal wäre. Da geht man hin, sagt okay, cool,

einer hat einen Plan gemacht und das eine Ding Super, dass du gewonnen hast, dann

packen wir das rein und los geht's. So wollen wir ja eigentlich arbeiten, dass er

ja effizientes arbeiten. Aber nein, stattdessen ging es dann drum. Also hat sich

dieser Mensch dann eben persönlich angegriffen, gefühlt, in seinem Wert heruntergesetzt,

gefühlt und konnte das auch so nicht stehen lassen, weil da raus für ihn etwas

bedrohliches entstanden. Das Ganze passiert unbewusst, völlig klar, hat sich nicht

hingesetzt und gesagt, oh, er hat mich jetzt bedroht, weil er es gesagt hat. Aber

es passiert halt trotzdem und das produziert Friktion und dann kann ich nicht mehr

richtig arbeiten, weil ich auch keinen Bock mehr habe. Der Gute hat sich da übrigens

rausentwickelt und zwar über Sicherheit und über Normalisierung, um dem schon mal

vorwegzugreifen. Wir sind als Team hingegangen und haben also unabgesprochen, aber ich

habe das angefangen, dass wir dann ganz bewusst selber, also das einfachste ist ja

selber hinzugehen und dann mal einen Fehler in derselben Gruppe zugestehen und dann

zu zeigen, dann geht jemand hin und sagt hier, da ist ein Fehler gemottelt, okay,

danke und weiter Und wenn man das oft genug macht, dann wird das ja so ein

bisschen zur Gruppenkultur oder zu einer Gruppenübung, dass dann alle da drauf gucken

und sagen, okay krass, der eine, der hat da jetzt einen Fehler gemacht, hat das

nicht persönlich genommen, das klappt bei mir vielleicht auch und dann produziert das

irgendwann Sicherheit. Ich muss nicht jedes Mal hingehen, ja jetzt in dem Fall,

schönes Beispiel, ich muss nicht jedes Mal hingehen und diesen Menschen da

psychologisieren und hingehen und sagen, ja, warum hat denn der George jetzt hier,

was ist dem denn einer Kindheit passiert und was hatte der denn für einen Verhältnis

zu seinem Vater und kann er mal bitte zusammen Therapeuten gehen, damit er mal ein

bisschen sich selbst liebt hat und da Selbstsicherheit einübt. Das kann ich ja alles

machen, aber es ist auch ehrlicherweise ziemlich übergriffig. Was mich an der Stelle

interessiert hat, war die Rolle, die in der Gruppe spielt und in der Gruppe darf

ich Einfluss drauf, weil ich Teil der Gruppe bin. Also gehe ich hin und fange an

andere zu kritisieren, die ein bisschen selbstsicherer sind und ich gehe hin und

nehme Kritik an von anderen und das auch ganz betont unpersönlich. Wenn ich es lang

genug mache, dann etabliert das einfach in diesem Raum, in dieser Gruppe, in der

Sicherheit und in der Kultur. Und dann muss ich den guten Armmann dann nicht in

eine Psychotherapie schicken, die seine frühkindlichen Enttäuschungen aufarbeitet, sondern

ich habe halt einfach dann einen anderen Umgang in der Gruppe, ohne in das

psychologische Loch abzutauchen. Also es geht bei diesen Persönlichnehmen darum, dass

es erst mal ein Überlebensmechanismus ist und erst mal was ganz Normales und

Menschliches ist, aber es hält uns natürlich von anständiger Arbeit ab ganz oft. Wie

gesagt, weil ich bin dann immer nur damit beschäftigt, was dafür Gefühle gerade

verletzt wurden. Das geht dann auch nicht darum. Ich habe eben selber Mimose gesagt,

weil sich so ein bisschen anfühlt, aber am Ende des Tages ist es halt ein

Überlebensmechanismus. Ich kann Sicherheit installieren und ich als Führungskraft würde

immer versuchen, erstmal bei mir selbst anzufangen. Also erstmal bei mir selbst zu

gucken, was für Dinge nehme ich denn persönlich. Und wie kann ich das dann bemerken,

wenn das so ist und wie kann ich mich denn dagegen entscheiden? Da kommt etwas und

mir fällt sofort gestern Abend. Ich nehme das jetzt hier morgens früh auf und

gestern Abend, also quasi in den letzten zwei Stunden meiner beruflichen Tätigkeit,

fällt mir sofort eine Situation ein, wo ich mich mit jemandem unterhalten habe, der

mir was gesagt hat und ich habe gemerkt, das tatscht mich jetzt gerade bis jetzt.

Niemand anders ist dabei, da war kein Publikum oder sonst was. aber er hat mich

kritisiert, hat mir gesagt, da und da hast du was falsch gemacht und ich habe

gemerkt, wie ich mich verteidigen wollte, wie ich es persönlich nehmen wollte, wie

ich es als persönlichen Angriff, also Angriff auf meine Person nehmen wollte. Und

dann hinzugehen zu sagen, ne, bin hier sicher, also sich das auch mal, das ist ja

alles hier so amygdala und imbische Reaktion und man muss sich klar machen, eine

Kollegin, die sagt immer, die Diva, die kleine Diva amygdala, übrigens hat meine

Tochter heute morgen gefragt, was eine Diva ist, dann am Beispiel von Eintracht

Frankfurt, die Diva von mein, und dann konnte ich ihr ganz wunderbar erklären, dass

eine Diva ein Superstar ist, im Klammern MVD, also Diven können durchaus männlich

sein, dann naja, die manchmal überreagiert und die manchmal ein bisschen touchy. Also

unsere Amygdala ist eine Diva, weil die einfach sagt, wenn ich 99 mal falsch liege

und überreagiere, ist egal, dann bist du immer noch am Leben, so funktioniert. Also

wenn ich als Führungskraft mich angegriffen fühle, persönlich angegriffen fühle, mache

ich mir klar, Das ist ein alter Reflex und ich mache mir klar, dieses Persönliche

zieht mich weg von der Sache an, der mir arbeitet. Dieses Persönlich nehmen,

verhindert im Grunde genommen ganz oft langfristige Gestaltungsspielräume.

Also es verhindert langfristige Gestaltung, so ist besser. Es verhindert sowohl als

auch Geschichten. Es verhindert auch Kritik anzunehmen, weil es kann ja durchaus sein,

dass das, was da rüber, meistens ist es ja so, dass das, was da rüber kommt, was

der andere sagt. Na ja, da ist halt ein Loch in meinem Projektplan, aber wenn ich

damit beschäftigt bin, dass was so eine Frechheit das ist, dass er mich vor anderen

darauf hingewiesen hat, weil ich Angst um meinen Status in der Gruppe habe, dann

komme ich wahrscheinlich nicht dahin, diesen Projektplan zu verbessern und das ist

dämlich und das ist nicht veränderungsstabby. Ich muss es machen. Wir sind in einer

wilden Welt, ich habe nicht mehr das Anricht darauf, alleine perfekte Lösungen zu

bauen, ne? Die wenigsten Leute können das und das dann auch nur in ihrem absoluten

Fachgebiet. Ansonsten ist die Welt so komplex geworden, so viele verschiedene die

zusammenspielen, dass sich meistens alle eine überhaupt nicht mehr auf eine Lösung

kommen. Das ist es auch schon. Ich wollte euch erzählen, woher kommt das, dass wir

Zeug persönlich nehmen? Wie kann man es bemerken bei sich? Und warum ist es in

unserem Interesse, wenn wir im Bereich von Führung sind, im Bereich von Teamdynamiken

sind, warum ist es in unserem Interesse darüber zu sprechen und dafür zu sorgen,

dass wir möglichst wenige Dinge persönlich nehmen? Jetzt kann man es nochmal rumdrehen

und natürlich als Führungskraft muss man sich fragen, wenn ich jetzt jetzt alles

verstanden habe und das auch machen will, was kann ich denn tun, damit die Menschen,

die ich führe, die Sachen weniger persönlich nehmen. Und witzig, weil ich habe jetzt

auch direkt gesagt, als Führungskraft, weil da hat man so den Auftrag meiner Meinung

nach dafür zu sorgen, dass wir da eine anständige, sinnvolle, konstruktive Kultur

haben in einem Team. Also ich muss als Führungskraft, wenn ich ein Team habe, wo

viele Sachen persönlich genommen werden, dann habe ich den Auftrag abzustellen, weil

das Team ist halt nicht funktional, solange da die ganze Zeit persönlich biefe

ausgetauscht wird. Aber die Frage, wie kann ich mit anderen Leuten komponizieren? Was

kann ich machen, damit da die Wahrscheinlichkeit möglich gering ist, dass sie es

persönlich nimmt? Das ist eine Frage, die kann ich mir stellen, ob ich Führungskraft

bin oder nicht. Wie in meinem Beispiel, da war es mein Chef. Da war ich ja nicht

seine Führungskraft. Und trotzdem war es ja in meinem Interesse dafür zu sorgen, dass

er Dinge weniger persönlich nimmt. Und was kann ich tun? Sicherheit schaffen. Wenn

die Person auf der anderen Seite sich unsicherer fühlt, die unsicherer, fühlt, desto

größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine Sachkritik oder irgendein Sachding

persönlichen. Je sicherer sie sich fühlt, desto weniger wahrscheinlich. Wenn wir dieses

kraniose Beispiel aus einer 3VQ -dramafreischulung, wo ich einen Manager hatte, der in

der Schulung angesprochen wurde von jemandem, der gesagt hat, wenn du mal hier deinen

Job machen würdest und auf Strategie und so weiter gucken, dann hätte ich hier

keinen Stress. Und alle im Raum gedacht, uiuiui, was passiert denn jetzt? Und wenn

man alle erwartet, dann nimmt das persönlich. Er hatte aber in dieser Situation an

diesem Tag so viel Selbstsicherheit mitgebracht, dass er da saß und hat gesagt, oh

ja, man muss sich mal drüber nachdenken. Ich glaube, das war dran. Vielen Dank. Und

fertig. Und hatte etwas, was 99 Prozent Potenzial hatte, das persönlich zu nehmen,

halt nicht persönlich genommen. Wir haben diese Wahlfreiheit, wenn wir es uns bewusst

machen, ganz, ganz oft. In manchen Fällen werden wir persönlich angegriffen, da kommt

jemand und tut das. Auch das Ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber Teil meines

Berufsalltages, wenn ich irgendwo hinkomme und eine Change -Beratung mache oder ein

Teamcoaching mache und auch Sachen Anspreche, die nicht gehört werden wollen, dann ist

es manchmal so, dass ich jemanden unbewusst, ungewollt, aber dass ich jemanden

persönlich triggere und auf der anderen Seite jemand ist, der dann auf einen

persönlichen Gegeneingriff geht und mich anguckt. Und das Lustigste, was ich mal

hatte, war, dass jemand auf der anderen Seite saß, denn das nicht okay fand, was

ich erzählt habe und der schaute mich an und sagt, ja, ja, das kann ja alles sein.

Aber ich möchte mal wissen, warum wir auf jemanden hören sollen, der so schlecht

rasiert ist, wenn ich an dem Tag in meinem Bad nicht für ihn richtig gestutzt

hatte. Das ist ein persönlicher Angriff. Dann reden wir darüber, wie man mit

persönlichen gemeinten Angriffen umgeht. Aber das ist eine andere Episode. In dieser

Episode ging es darum, warum nehmen wir eigentlich Sachen persönlich und wie kommen

wir daraus? Ich hoffe, ihr konntet was mitnehmen. Ich bin sehr gespannt, ob es

irgendwelche Rückmeldung gibt von Leuten, die sagen, aha, da war etwas, das hat mich

immer persönlich getriggert oder da habe ich gemerkt, da hat es mich was persönlich

triggert und ich habe den anderen Auswirk genommen. Ich habe mich dagegen entschieden

und habe einfach gesagt, okay, das ist jetzt mein altes, altes limbisches System,

fühlt sich bedroht und hat Angst, dass wir hier gerade an Wert verlieren in unserer

Neanderthaler Gemeinschaft. Das ist nicht so, ich habe nichts zu befürchten und

deswegen muss ich diese Kritik nicht persönlich nehmen und und kann sie auf der

Sachebenen hören. Wenn ihr das hinkriegt, dann macht das euch, ein neuer Team und

eure Organisation, ein Stückchen Veränderungsstabile. Vielen Dank fürs Zuhören, bis zum

nächsten Mal. Ciao.

About the Podcast

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Veränderungsstabil
Was Menschen und Organisationen können müssen, um in einer wilden Welt erfolgreich und radikal gelassen zu sein.

About your host

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Holger Heinze

Holger Heinze ist Vorstand der O’Donovan Consulting AG. Seit 1999 arbeitet er mit Teams und Führungskräften an Kultur, Beziehungen, Geschäftsmodellen und Prozessen. Dabei hat er internationale Konzerne und NGOs beraten, wie auch kleine Start-ups, Profisportler und Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung.

Er hat seit seiner ersten (unbeabsichtigten) Unternehmensgründung 1999 u.a. mehrere Digitalagenturen und Unternehmensberatungen, eine Baumarktkette, eine Kartoffelchipsfabrik und einen nachhaltigen Online-Shop gegründet und geführt. Er hat als Restaurant- und Hoteltester, Hochschuldozent, Straßenmusiker, Fotograf und Entwicklungshelfer, Interimsmanager und Gründercoach gearbeitet und im Auftrag des BMBF erforscht, welche Schlüsselkompetenzen Menschen für die digitalisierte Arbeitswelt benötigen und wie wir sie uns am besten aneignen können.

Der Wirtschaftsinformatiker ist Chartered Manager des CMI, zertifizierter Change Manager, Requirements Engineer, OKR und SCRUM Master. Er hat auf Fuckup- und TedX-Veranstaltungen gesprochen.
Heute trainiert, coacht und berät er Menschen und Organisationen mit Hilfe der Dramafreiheit, damit sie ihre Ziele erreichen, Veränderungen erfolgreich umsetzen und generell in der wilden Welt veränderungsstabil sind.

In seiner Freizeit spielt er gerne mit seinen beiden Kindern und seinen Gitarren und versucht, aus Escape Rooms zu entkommen.