Episode 3
Säulen #3: Amy C. Edmondson: Die größte Lüge im Team: "Alles Gut!"
Sei live dabei: Episode 111 als Online-Event am 26. November 2025, 12 Uhr – jetzt anmelden: https://tinyurl.com/457y63n3
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In dieser Folge spreche ich in der dritte Säule der Veränderungsstabilität, über die angstfreie Organisation nach Amy C. Edmondson. Psychologische Sicherheit ist für mich kein Soft-Faktor, sondern die Grundlage dafür, dass Teams überhaupt lernen, Fehler korrigieren und mutig handeln können.
Ich erzähle, warum Sicherheit nichts mit Nettigkeit zu tun hat, sondern mit klaren Debatten, ehrlichen Fragen und der Fähigkeit, Risiken offen anzusprechen. Wir schauen uns an, wie Edmondson psychologische Sicherheit definiert, was ihre Forschung so besonders macht und warum Schweigen in Organisationen oft teurer ist als jeder Fehler.
Ich erkläre, wie man psychologische Sicherheit Schritt für Schritt aufbaut, von der richtigen Problem-Framing über Diagnosen bis hin zu Routinen, die Mut, Lernen und Wahrheiten sichtbar machen. Und ich zeige, warum Teams schneller und besser werden, wenn sie sich trauen, unbequeme Dinge auszusprechen.
Am Ende geht’s um die Frage: Welche wichtige Wahrheit wurde bei euch zuletzt nicht ausgesprochen und was hat euch das gekostet?
Viel Spaß beim Zuhören!
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Und so erreicht Ihr mich:
Homepage: https://www.odonovan.de/veraenderungsstabil
Transcript
Stellt euch das vor, 111 folgen Veränderungsstabil. Das wollen wir feiern und zwar
mit einem Online -Live -Event am 26. November um 12 Uhr Mittags. Meld dich über den
Link in den Schoen uns an und sei live dabei. Ich freue mich auf euch.
Hallo und herzlich willkommen zu einem Podcast Veränderungsstabil, der Podcast in dem
wir uns anschauen, was Organisationen, Menschen, Führung und Teams "können" müssten,
damit sie in dieser wilden Welt dauerhaft, gesund und erfolgreich wirtschaften können.
Wir haben eine Serie, besondere Episoden hier, die nennen wir die "Säulen der
Veränderungsstabilität". Da schaue ich mir große Denkerinnen und Denker an und ihren
Beitrag zu dem, was wir heute eben "Veränderungsstabilität" nennen, also ihren Beitrag
zu dem, was Unternehmen, Organisationen, Menschen Führung "können" müssten. Säule
Nummer
3 ist Amy Edmanson und die angstfreie Organisation. Stell dir dein Team wie eine
Bühne vor, Scheinwerfer an. Du willst das Menschen mutig auftreten. Fragen, Zweifeln,
Ideen, Fehler. Das alles willst du, weil du weißt, das brauchst du für
funktionierende Teams und für guten Output. Und du willst Tempo. Heute soll das alles
fertig sein, nicht nächste Woche. Klingt nach wie der Spruch. Amy Edmondson zeigt
uns, genau das braucht es. Psychologische Sicherheit. Psychologische Sicherheit ist kein
Kuschelkissen, sondern ein Hochleistungsfeature. Und vor allen Dingen psychologische
Sicherheit ist messbar. Wer sie verwechselt mit nett sein, mit höflich sein, der
verlangsamt sein Unternehmen. Wer die psychologische Sicherheit aufbaut und beschützt,
der beschleunigt. Lernen, Innovationen und Fehlerkorrektur. Schauen wir mal die 90er
und Nuller Jahre. Viele Unternehmen sind auf Nullfehler getrimmt. Six Sigma, Total
Quality Management, Strafmemos, diese Schilder am Eingang 347 Tage ohne Fehler.
Das Ergebnis ist, Menschen schweigen, genau dann, wenn Informationen teuer sind.
Reportings sehen sauber aus, aber nur, weil niemand die schmutzigen Details meldet. In
dieser Welt setzt Adminzen an. Erst im Feld, nicht im Labor. Sie untersucht echt
Teams, da draußen in der Welt, in produzierenden Unternehmen und in Kliniken. Und
Adminzen findet, entscheidend ist ein geteiltes Teamgefühl, und zwar auf den Punkt,
hier kann ich reden, ohne dafür bestraft zu werden. Aus diesem Klima entsteht dann
Team Lernen und das wird messbar und zwar in besserer Performance. Schauen wir uns
mal an, wer Amy Edmondson ist. Amy Edmondson ist Professorin an der Harvard Business
School.:die den BegriB "Team Psychologische Sicherheit" prägt. Ihre Definition steht ganz
klein im Abstract. A shared belief that the team is safe for interpersonal risk
taking. Also ein geteilter Glaube, dass man im Team zwischenmenschliche Risiken
eingehen kann. Und das ist wichtig. Es geht bei der angstfreien Organisation nicht
darum, dass jegliches Risiko eingegangen wird, dass alles safe ist, sondern es geht
um ganz spezifisch, dass Risiko, das zwischen Menschen entsteht, dass ich mich traue,
en Anwendungen und Werkzeuge.:schreibt sie mit David Garvin und Francesca Ingino ein Diagnosotool für
Lernorganisationen.:die angstfreie Organisation, die praktische Bauanleitung. 2023 kommt noch "The Right
Kind of Wrong". Da geht es um Fehler -Taxonomie für kluges Scheitern. Ihre Reaktion
auf die Überkompensation, dass alle Welt schreit, Fehlerkultur heißt, alle Fehler
müssen gut sein und geliebt sein, was natürlich Quatsch ist. Schauen wir uns die
Kernidee an. Psychologische Sicherheit heißt, in meinem Team ist die Schwelle den Mund
aufzumachen niedrig, gerade bei Unsicherheit, bei Fehlern, bei unpopulären Wahrheiten.
Das ist kein Selbstzweck, das ist auch nicht Wohlfühlkurs, sondern das ist der Input
-Kanal fürs Teamlernen. Fragen stellen, Hilfe holen, über Fehler sprechen,
experimentieren, sind genau die Verhaltensweisen, die Adminzen als Learningbehaviors
kodiert und statistisch mit Performance verknüpft. Zwei Originalanker ihren Werken.
Erstens. A shale belief that the team is safe for interpersonal risk taking. Eine
angstfreie Organisation bedeutet, wir sind uns einig, dass sich in diesem Team
interpersonelle Risiken eingehen kann. Ich kann mich verletzbar machen. Zweite Anker
habe Business Review:Erstens supportive environment, zweitens concrete learning processes, konkrete,
spezifische Lernprozesse in der Organisation und drittens Leadership that reinforces
learning, also Führung, die das lernen, wir würden auf Deutsch sagen, fördert und
fordert. Schauen wir uns mal die Wirkung an. Bei Google gab es das berühmte Projekt
Aristoteles. Wir haben ein großes Datenset, weil es wurden sich die Teams von Google,
keine kleine Firma angeschaut, hunderte Variablen wurden angeschaut. Das Ergebnis ist,
nicht der sondern die Team -Dynamik entscheidet, wie erfolgreich ein Team ist.
Also nicht wenig in das Team reinstopfen, wie die Leute ausgebildet sind, sondern wie
dieses Team miteinander umgeht. Ganz oben ist hier das Parameter Psychologische
Sicherheit. Konkrete Formulierung bei Google. In einem Team mit high psychological
safety, teammates feel safe to take risks. No one will embarrass or punish anyone
for admitting a mistake, asking a question or oBering a new idea. In einem Team
mit hoher psychologischer Sicherheit fühlen sich die Teammitglieder sicher, Risiken
einzugeben. Niemand wird jemand anderen blamieren, wird dafür sorgen, dass sich jemand
anderes peinlich berührt, fühlt, wenn ein Fehler zugegeben wird, eine Frage gefragt
wird oder eine neue Idee vorgestellt wird. Jetzt gibt es natürlich Missverständnisse
und diese Missverständnisse können mir auch mein Team zerschießen.
Hey, kurze Durchsage, wenn euch Veränderung stabil gefällt, dann nehmt euch doch mal
kurz Zeit und gebt dem Podcast eine Bewertung auf dem Streaming -Dienst, mit dem ihr
gerade hört. Das hilft uns enorm, weil dann noch mehr Menschen im Podcast entdecken
können und so können wir die Community weiter wachsen lassen. Vielen Dank für's
unterstützen, vielen Dank fürs Zuhören und jetzt geht's weiter mit der Episode. Das
erste Missverständnis ist psychologische Sicherheit bedeutet, dass man nett ist und
höflich miteinander umgeht. Nein, falsch. Psychologische Sicherheit erlaubt klare, harte,
faktenbasierte Debatten, respektvoll und nicht weichgespült. Atmos und Keresin nennen
das explizit als ein Mythos und Entkräftenes dann auch. Sicherheit heißt nicht
Harmonie, sondern Sicherheit heißt Konfliktfähigkeit mit Respekt. Das ist ja das
Paradoxe, die psychologische Sicherheit sorgt ja dafür, dass Konflikte entstehen und
nicht, dass die Konflikte wegbleiben. Psychologische Sicherheit sorgt nur eben dafür,
dass die Konflikte so ausgetragen wird, dass niemand zu Schaden kommt und dass
niemand befürchten muss, zu Schaden zu kommen. Der zweite Missverständnis ist, diese
psychologische Sicherheit macht uns langsam. Die ist ineBizient, die braucht Zeit, ist
eher umgekehrt. Ohne diese Sicherheit wird langsamer gelernt, weil die Fehler bleiben
stumm, die werden nicht angesprochen, die Risiken werden viel später sichtbar und ich
brauche fünf Schleifen, bis ich mich traue, was zu lernen. Wenn wir das jetzt in
die Praxis übertragen wollen, dann bauen wir uns jetzt Schritt für Schritt ein
System, das wirkt und ein System das messbar bleibt. Und das ist jetzt nicht
Feenstaub und das ist nicht Zocken und das ist nicht wir hoBen, dass es klappt.
Oft wird ja beim Aufbau von Teams zum Beispiel Prinzip HoBnung. Ich stecke Leute
zusammen und dann drücke ich die Daumen. Das ist alles Käse. Also wir haben hier
Schritt für Schritt, wie baue ich psychologische Sicherheit. Schritt eins Problem
Framing und zwar öBentlich. Ich sage in einem großen Meeting mit den Leuten, die
beteiligt werden sollen unsere Arbeit ist ein Lernproblem unter Unsicherheit. Muss muss
man erstmal definieren. Die Arbeit, die wir hier machen, was ist der Inhalt unserer
Arbeit? Wir haben ein Lernproblem in einem unsicheren Umfeld. Unsere Aufgabe ist es
zu lernen, unsere Aufgabe ist es zu lernen in einem Umfeld, in dem nicht alle
Parameter klar sind. Ich habe mich jetzt einmal wiederholt, weil es so wichtig ist.
Wir glauben oft, unsere Arbeit wäre Produktivität, das Wiederholen ohne Lernen in
einem gesicherten Umfeld, wo alle Parameter klar sind. Aber das ist bestenfalls
überholt, schlussendfalls als nie zugetroBen. Also nochmal, unsere Arbeit ist ein
Lernproblem unter Unsicherheit. Wir brauchen Fragen, wir brauchen Gegenargumente, wir
brauchen Frühwarnungen, wir brauchen Einschätzung. Wenn ich das so frame in meinem
Schritt eins, dann senke ich die soziale Schwelle, über die jemand drüber muss,
um den Mund aufzumachen. Ich gehe hin und sage, Kritik, Gegenargumente, oBene Fragen,
Entschuldigung, das habe ich nicht verstanden, das ist nicht die Ausnahme. Das ist
nicht ein Fleck auf der Weste, sondern das ist normal, ich normalisiere das, was ich
haben möchte. Also ich senke die soziale Eintrittsschwelle fürs Sprechen fürs
Mundaufmachen. Und Adminzens Formel dafür ist "Arbeit als Lernproblem, Framing, eigene
Fehlbarkeit benennen und neu jede Vorlebe". Das ist Nummer 1, das quasi das
Kulturstiften. Schritt Nummer 1. Schritt Nummer 2, ich führ 'ne Startdiagnose durch.
Das heißt, ich gucke Team Safety, hat 7 Items. Es gibt 7 Fähigkeiten sieben Items
in diesem Diagnosetool von Alpnenzen und Nutzen diese Kurzskala. Also ein Beispiel
ist, wenn ich in diesem Team ein Fehler mache, dann wird mir das häufig negativ
ausgelegt. Das befrage ich auf eine Bottom -Line. Umgekehrt ist diese Frage natürlich
erst ist sicher in diesem Team ein Risiko einzugehen. Ich persönlich warne an der
Stelle immer davor, dass es solche Selbstbelügungsfragen sind. Es ist ein riesengroßer
Unterschied bei solchen Befragungen, ob ich einen Team frage, wir sind gut darin uns
gegenseitig die Wahrheit zu sagen, dass eine öBnete Tür und Tor für selbstbelügen,
weil es ja selbst Einschätzung ist und ich möchte mich ja selbst gut einschätzen.
Umgekehrt, wenn ich frage, wie oft habe ich in den letzten drei Monaten eine
wichtige Wahrheit nicht im großen Team besprochen? Dann ist es eher eine Beobachtung.
Also Schritt zwei, diese Einführung ist Stadtdiagnose. Ich kann das über Team Safety
machen von Edmondson. Das kriegt ihr gegoogelt. Es gibt auch Learning -Organization
dson im Harve Business Review:auf drei Bausteine und messe diese drei Bausteine der psychologischen Sicherheit. So
oder so, Schritt zwei ist Bottomline messen und mal verstehen, wie können wir denn
die psychologische Sicherheit, die wir jetzt gerade im Moment haben, messbar machen,
als Ausgangspunkt. Schritt drei ist Hebel setzen, je nachdem, was ich in der Diagnose
gefunden habe. Wenn die Safety niedrig ist, aber die Landprozesse okay sind, muss ich
Führung trainieren. Ich muss Routinen trainieren, die Sicherheit produzieren. Ich muss
aus der Führung heraus ganz bewusst Fragen stellen, die aufzeigen. Ich komme nicht
mehr mit Mund halten und mit nicht die Dinge sagen, die wir gesagt haben wollen,
durch. Also ich frage so Sachen wie, was übersehen wir? Was irritiert uns hier? Wo
ist ein Risiko? Woran würden wir ein Scheitern denn früher kennen? Also ich
normalisiere dieses Reden über die Dinge, die sich vorher unangenehm nehmen oder
bedrohlich angefühlt haben. Wenn ich eine Diagnose rausfinde, dass die safety okay
ist, ob die Lernprozesse nicht da sind, dann muss ich strukturelle Lernschleifen
einführen. Es gibt verschiedene Arten das zu tun, aber ich schaue eben darauf, dass
ich das Lernen institutionalisiere und normalisiere. Nicht das kritische Denken, das
war ein anderer Teil des Schrittes, sondern ich gucke jetzt nach, okay, wir können
uns die Wahrheit sagen, wir sind schlechter in es umzusetzen, wir sind schlechter in
die Konsequenzen durchzuziehen. Wenn wir sagen, okay, da ist was, das passt nicht,
wir können uns die Wahrheit sagen, aber jetzt müssen wir gucken, dass wir das Lernen
nicht mehr als Ausnahme gestalten, nicht mehr als etwas, was eine hohe Schwelle hat,
sondern eher als etwas ganz normales. Schritt vier ist Quartalsrituale, sichtbar und
verbindlich machen. Also zum Beispiel Reviews oder Retrospective zu machen,
dass wir einfach immer wieder sehen, hier wurde etwas gelernt. Ich habe mal eine
Brauereiführung gemacht, da gab es eine Wand, wie hier nannten wir das, eine Wand
der größten Fuckups oder eine Wand unserer gestorbenen Babys. Das war so ein bisschen
morbide und die größten Fehler, die gemacht wurden, wurden an dieser Wand ausgestellt,
um das einfach zu normalisieren und hinzugehen. Und die ersten Fehler, die dort
gemacht wurden, das war halt auch die Geschäftsführung. Da wurde nicht hier irgendwie
auf dem Mitarbeiter rumgeprügelt, sondern da ist man halt vor Weckl gegangen und
gesagt, guck mal hier, ich als Kulturschrift eine Führungskraft habe hier halt auch
mal Mist gebaut und wir machen das jetzt mal öBentlich. Geht es nicht um Blämen
oder so was, sondern es geht darum, es einfach zu normalisieren, über Fehler zu
reden. Umgekehrt geht es darum auch mal Mutmomente hier zu feiern in solchen Ritualen
und zu gucken, wer war denn besonders mutig? Ich bin ja früher selbst auf "Fuck Up
Knights" rumgefallen, hatte so einen Vortrag, den man auch immer noch auf YouTube
findet und bin dann auch in Führungskräfteprogramme von sehr, sehr großen Unternehmen
reingegangen. Jetzt war in der Zeit lang sehr, sehr in das zu zelebrieren internen,
solche "Fuck Up Knights". Und da gab es Unternehmen, die haben das sehr ernst
genommen und da war das sehr ernst zu nehmen und es gab Unternehmen, die haben
Theater gespielt, wo die Führungskräfte sich hingestellt haben und gesagt, ihr müsst
mal mutiger werden, wir machen jetzt einen Fuck up, nein. Und ich habe eine dieser
Veranstaltungen mal aus Versehen etwas entgleisen lassen, weil sich vorne ein Manager
für meinen Geschmack viel zu sehr gefeiert hat dafür. Wie toll er für psychologische
Sicherheit sorgt und wie toll er Fehler machten, habe ihn dann vor allem seinen
Leuten gefragt, wann er denn das letzte Mal jemanden seiner Mitarbeitenden dafür
belohnt hat oder ein Bonus gegeben hat, dass sie Mutche etwas probiert haben, was
total schiefgegangen ist. Und, naja, er stotterte dann, hatte keine Antwort und ich
bin nicht bezahlt worden. Also Schritt Nummer 4 ist es Rettuale etablieren, die genau
das kulturell feiern, was ich haben will, Mut, Ehrlichkeit, Dinge anzusprechen,
damit klar wird, das ist etwas, was wir wertschätzen und nicht etwas, was wir
vermeiden wollen. Und Schritt 5 ist dann wieder messen, nämlich dieselbe Diagnostie
durchführen, die wir am Anfang durchgeführt haben und zu messen und zu befragen, ist
unsere psychologische Sicherheit besser geworden, ist unsere Lernfähigkeit besser
geworden? Wo haben wir immer noch Schwächen, wo müssen wir immer noch etwas tun?
Eine Beispielstheorie dazu. Montag, 36. Abteilung vor Montage. Die Linie stockt schon
wieder. Anna, die Schichtführerin, eröBnet das Stand -up. Früher hätte sie Ansagen
gemacht und gehoBt, dass keine rum heult. Heute startet sie anders. Zitat. Ich bin
unsicher, ob wir das neue der sauber fahren. Wer sieht etwas, das später auf die
Füße fällt? 10 Sekunden stille, aber sie hält die Stille. Dann sagt jemand, ich habe
gestern drei grenzwertige Messungen weggeklickt, wir hatten Druck, Klos im Holz. Aber
Anna bedankt sich. Danke, das ist genau das, was wir brauchen. Sie markiert die
Stelle auf dem Board, ruft die Qualitätsfachkraft dazu und später wird klar, das war
kein individueller Fehler, sondern eine komplette Wechselwirkung aus Tagzeit, aus
Wartung, aus Teileschaage, also ein komplexes Scheitern des Systems. Die Maßnahmen sind
PuBer anpassen, Testheubigkeit hochfahren, Scharge sperren, Drehmomentgrenze revalidieren.
Freitag ist die Zahl dann 0, 0 Nacharbeiten, der Durchsatz ist stabil. Safety hier
war nicht nett. Das war nicht schön, das haben die auch nicht genossen, was da
gerade passiert ist, aber es hat die Wahrheit ans Licht gebracht und es hat dafür
gesorgt, dass die Qualität stimmt und dass das Team seinen Purpose erreichen kann.
Was hat das jetzt mit Veränderungsstabilität zu tun? Naja, wir nennen die Fähigkeit,
in Bewegung stabil zu bleiben, Veränderungsstabil. Dazu gehört Konflikte aushandeln,
Verantwortung teilen, lernen, Krisenmanagen, Innovationen zulassen, konzentriert handeln.
Psychologische Sicherheit, im Sinne von Edmondson, speist alle diese Felder, vor allen
Dingen aber eben Konflikte aushalten und lernen können. Und wir sehen sie auf allen
Ebenen und wir können sie auf allen Ebenen messen. Wir können auf der Individualebene
sehen, ob dort Psychologische Sicherheit ist und ob sie möglich, dass das getan wird,
was getan werden muss. Wir können uns das auf der Team -Ebene angucken, wir können
uns das auf der Führungsebene angucken und wir können es auf der Ebene der
Gesamtorganisation sehen. Drei Sätze zum Mitnehmen. Erstens. Psychologische Sicherheit
ist eine Leistungsvoraussetzung. Ist kein wählenes Programm, ist kein Luxusding, dass
man sich leisten, wenn alles andere prima läuft, sondern eine Leistungsvoraussetzung.
Ist keine psychologische Sicherheit da, ist Leistung nur bis zu einem gewissen Grad
denkbar. Zweiter Take -Away, messen und Routinen schlagen, Poster und Parole, misst die
psychologische Sicherheit, misst die Lernfähigkeit durch Diagnosen, durch Befragungen und
etabliert Routinen, die die Verhaltensweisen, die ihr braucht, belohnen, zeigen und
normalisieren und die die Verhaltensweisen, die ihr nicht mehr haben wollt, also zum
Beispiel jemand wird angegriBen oder es wird peinlich für jemanden, wenn er das tut,
was ich will, nämlich die Wahrheit sagt, diese Routinen müssen das irgendwie
illegalisieren. Dritter Take -Away, kluge Scheitern ist das, was wir wollen, nämlich
schnelles Scheitern, Scheitern, das ist kein großen Fehler verursacht, Scheitern, was
ich lernen kann. Und kluge Scheitern ist Design -Frage, ist keine Glücksfrage, ist
kein Schicksal, sondern das designe ich im System, indem ich versorge, dass die
psychologische Sicherheit da ist, dass Menschen ehrlich miteinander reden, dass ich
messe, wie groß ist diese Bereitschaft, die Wahrheit sagen und in dem ich die
Routinen implementiere. So kann ich sicherstellen per Design, dass die Psychologische
Sicherheit da ist, dass dieses kluge Scheitern und dieses gute Lernen auch wirklich
passiert. Und ist die Frage an euch, welche prisante Wahrheit wurde denn in eurem
Bereich, in eurem Team, in eurer Abteilung zuletzt nicht ausgesprochen und nicht
bearbeitet? Und was kostet euch das? Was ist der Schaden, der entsteht? Was sind die
Kosten, ob die jetzt finanzieller Natur sind oder Reputation oder Nervenstress.
Das war Säule Nummer 3 der Veränderungsstabilität, Amy Edmondson und die Angst freie
Organisation "Warum wir psychologische Sicherheit als Basis von einer
Veränderungsstabilen Organisation brauchen". Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum
nächsten Mal.
